Ex-Finanzminister Waigel im Interview
ZEIT ONLINE: Sie meinen den Stabilitätspakt, der eine Begrenzung der Staatsschulden vorsieht. Hätte seine Einhaltung die Krise verhindert?
Waigel: Natürlich hätten wir die Finanzkrise von 2008 trotzdem erlebt. Aber sie hätte uns nicht so stark getroffen. Der Sündenfall war, dass ausgerechnet Deutschland und Frankreich schon 2003 den Stabilitätspakt ausgehöhlt haben. Das hat die Finanzdisziplin in der ganzen Eurozone durcheinandergebracht. Auch die Koordinierung der Wirtschaftspolitik, die im Vertrag vorgesehen war, wurde nicht umgesetzt. Eine Währungsunion ist schließlich kein Selbstläufer. Zudem hätte Griechenland nie in den Euroraum aufgenommen werden dürfen.
ZEIT ONLINE: Werden die Griechen ihre Schulden jemals zurückzahlen?
Waigel: Griechenland kann seine Probleme lösen. Ich kann nicht garantieren, dass Bevölkerung und Politik durchhalten, aber wir müssen das Land auf diesem Weg unterstützen. Diejenigen, die gegen die Hilfen für Griechenland sind, sollten sich daran erinnern, dass auch wir einmal Griechenland waren. Deutschland wurde 1952 die Hälfte seiner Schulden der Nachkriegszeit erlassen. Wenn die USA sich damals nicht für den Marshall-, sondern den Morgenthau-Plan entschieden hätten, sähe es heute in Deutschland ganz anders aus.
ZEIT ONLINE: Zurück zur Euroskepsis: Reicht es, nur immer wieder zu sagen, welche wirtschaftlichen Vorteile das Projekt Europa für uns hat?
Waigel: Wir dürfen es nicht auf die Wirtschaft beschränken, sondern wir müssen es auch politisch und philosophisch begründen. Leider ist Europa ein Anliegen der Eliten geblieben. Es ist uns nicht gelungen, ein europäisches Bewusstsein zu erzeugen. Deswegen ist es so wichtig, in die Schulen zu gehen und mit den jungen Leuten zu diskutieren. Am Ende muss jedem klar sein, wie wir ohne Europa dastünden. Es ist eine Illusion, zu glauben, wir könnten wie die Schweiz sein: reich, unabhängig und klein.
ZEIT ONLINE: Ist die europäische Krise auch eine Krise der Politik?
Waigel: Es ist eine Krise des politischen Diskurses. Was wir brauchen, ist eine neue europäische Debatte: Was könnte verändert werden? Welche Zuständigkeiten sollte Europa abgeben und was kann nur europäisch gemacht werden? Brauchen wir eine europäische Finanzaufsicht, eine Rating-Agentur oder eine gemeinsame europäische Armee? Dann werden auch die jungen Leute wieder sagen: Es lohnt sich, über Europa zu diskutieren.
ZEIT ONLINE: Welche Rolle muss Deutschland spielen?
Waigel: Ob wir es wollen oder nicht: Deutschland hat gemeinsam mit anderen Staaten eine Führungsrolle in Europa. Die müssen wir ausfüllen, das erwarten auch die anderen EU-Staaten. Wenn irgendwo ein wichtiger europäischer Posten frei wird und Deutschland keine Vorschläge macht, dann halten die anderen das für Strategie und denken: Dahinter muss große Raffinesse stecken. Dabei ist es das blanke Nichts.
Solange in Deutschland jeder Parlamentarische Staatssekretär höheres Ansehen genießt als ein EU-Kommissar, haben wir Europas Bedeutung nicht begriffen.
(Source: alysebiology)
Fakten über Aserbaidschan: Fauna
Etwa 18.000 Tierarten – darunter 102 Säugetierarten – leben in Aserbaidschan, so zum Beispiel Bären, Wölfe, Wildschweine, Hirsche, Gazellen, Schakale, Luchse, Leoparden und Hyänen, aber auch Reptilien und Nagetiere. Die Spinnenfauna Aserbaidschans ist gut untersucht – bisher sind hier ca. 690 Arten nachgewiesen worden.
(Source: Wikipedia)
Eurovision Song Contest 2011: The Final running order
The full running order for the Final is now complete and reads as follows:The Final running order
(Source: eurovision.tv)